Adventskalender 6

Im Heimatland muss beginnen, was leuchten soll in Europa. Unser Chlausrätsel versucht deshalb, die Leser für die Eurodebatte mit einigen Testfragen über unsere eigene Währung, den Schweizer Franken, zu stählen. Viel Spass!

  1. Wann erhielt die Schweiz zum ersten Mal eine einheitliche nationale Währung?
    (a) 1291, (b) 1798, (c) 1848, (d) 1907.
  2. Seit wann ist der Schweizer Franken offiziell Landeswährung?
    (a) 1848, (b) 1907, (c) 1918, (d) 1936.
  3. War die Schweiz früher einmal Teil einer Währungsunion?
    (a) ab 1815, (b) ab 1848, (c) ab 1865, (d) nie.
  4. Ist die Schweiz heute Teil einer Währungsunion?
    (a)  seit 1881, (b) seit 1924, (c) seit 1980, (d) nein.
  5. Seit wann hat die Schweiz einheitliche Banknoten?
    (a) 1848, (b) 1881, (c) 1907, (d) 1936.
  6. Die Banknoten der Schweizerischen Nationalbank müssen in der Schweiz als Zahlungsmittel angenommen werden. Seit wann ist dies ordentliches Recht?
    (a) 1881, (b) 1936, (c) 1954, (d) 2000.
  7. Die gesetzliche Golddeckung des Schweizer Frankens galt
    (a) bis 1936, (b) bis 1973, (c) bis 2000, (d) sie gilt bis heute.
  8. Seit wann kann die Schweizerische Nationalbank die von ihr ausgegebene Geldmenge de facto kontrollieren?
    (a) seit 1907, (b) seit 1936, (c) seit 1973, (d) seit 2000.

Die Lösung besteht aus acht Buchstaben (von a bis d). Wen dürfen wir als Einsender(in) der ersten richtigen Lösung (an: birchler@isb.uzh.ch) feiern?

Adventskalender 5

„Bezahlt wird einer dafür, … dass er endlich verschwindet“, stand bei Magnus Enzensberger im gestrigen Adventstürchen. In den meisten Fällen ist Bezahlung fürs Verschwinden gleichbedeutend mit einer lebenslangen Rente (auf englisch annuity). Doch lebenslange Renten haben mindestens für die Finanzierer ihre Tücken. So meinte Fanny Dashwood in Jane Austen’s (1775-1817) Sense & Sensibility (Kapitel 2):

„Certainly not; but if you observe, people always live for ever when there is an annuity to be paid them; and she is very stout and healthy, and hardly forty. An annuity is a very serious business; it comes over and over every year, and there is no getting rid of it. You are not aware of what you are doing. I have known a great deal of the trouble of annuities; for my mother was clogged with the payment of three to old superannuated servants by my father’s will, and it is amazing how disagreeable she found it. Twice every year these annuities were to be paid; and then there was the trouble of getting it to them; and then one of them was said to have died, and afterwards it turned out to be no such thing. My mother was quite sick of it. Her income was not her own, she said, with such perpetual claims on it; and it was the more unkind in my father, because, otherwise, the money would have been entirely at my mother’s disposal, without any restriction whatever. It has given me such an abhorrence of annuities, that I am sure I would not pin myself down to the payment of one for all the world.“

Adventskalender 4

Wirtschaftsleben

Hans Magnus Enzensberger (*1929)

Bezahlt wird einer dafür,
dass er die Richtlinien der Politik bestimmt,
dass er schlachtet,
dass er Kierkegaard deutet,
dass er sich ins Bett legt,
dass er Tasten drückt,
dass er seinen Samen spendet,
dass er endlich weiterkommt
bei der Lipotropin-Synthese,
dass er knüppelt, kocht,
bügelt, Tore schiesst,
dass er endlich verschwindet.

Adventskalender 3

Hinter dem dritten Türchen versteckt sich der Troubadour Mani Matter. Der leider viel zu früh verstorbene Liedermacher wusste die Gefühle und Sorgen der Menschen in wunderbare Verse zu kleiden. Und zeigte dabei in vielen Liedern eine grosse ökonomische und politische Weisheit. Wer könnte das Dilemma zwischen dem Streben nach Ausgleich und den Kosten der Umverteilung besser ausdrücken als Mani Matter im Lied „dene wos guet geit“:

                            dene wos guet geit

                            dene wos guet geit

                               giengs besser

                            giengs dene besser

                           wos weniger guet geit

                             was aber nid geit

                             ohni dass’s dene

                             weniger guet geit

                               wos guet geit

                              drum geit weni

                             für dass es dene

                                besser geit

                           wos weniger guet geit

                             und drum geits o

                              dene nid besser

                               wos guet geit

Adventskalender 2

Hinter unserem zweiten Adventstürchen verbirgt sich ein Geburtstagskind. Herzliche Gratulation: Gary Becker, einer der Grossen unseres Fachs, feiert heute seinen achtzigsten. Der Nobelpreisträger von 1992 („für seine Ausdehnung der mikroökonomischen Theorie auf einen weiten Bereich menschlichen Verhaltens und menschlicher Zusammenarbeit“) hat ökonomisches Denken weit jenseits der Wirtschaft angewandt. Seine Analysen sind echte Grenzerfahrungen — und entsprechend umstritten. Am meisten freut uns, dass Gary Becker zusammen mit Mitstreiter Richard Posner stets noch aktiv bloggt. Wir hoffen, dass Bloggen fit hält, und wünschen dem Jubilar alles Gute!

Adventskalender 1

Im Advent gibt es jeden Tag einen kleinen Batzen. Der erste ist der Rolle Deutschlands als Leuchtturm und Geber-Nation innerhalb der EU gewidmet.

Einst Land der Dichter und der Denker,
Dann Land der Richter und der Henker,
Heut‘ Land der Schlichter und der Lenker -:
Wann Land der Lichter? Wann der Schenker?
(aus Robert Gernhardt: Nachwort zu „Reim und Zeit“, Reclam)

Mehr über’s Schenken gibt’s von Monika Bütler in der NZZaS vom kommenden Sonntag.