Urs Birchler
Die wichtigsten Fakten zur Diskussion um die notwendige Höhe der Eigenmittel der UBS sind die folgenden:
- Die UBS behauptet, ein höherer Anteil der Eigenmittel an ihrer Finanzierung bedeute deutlich höhere Finanzierungskosten. Die UBS hat aber bis zur Stunde keine Zahlen zu ihren Eigenmittelkosten vorgelegt.
- Der Bundesrat hat ein Gutachten von Prof. Heinz Zimmermann erstellen lassen. Prof. Zimmermann kommt zum Schluss, dass die behaupteten Kosten zusätzlicher Eigenmittel vernachlässigbar sind.
- Geringe Eigenmittel sind im Interesse der UBS-Bonusbezüger. Tiefere Eigenmittel bedeutet eine höhere Eigenmittelrendite. Dadurch ergeben sich — ohne zusätzliche Leistung der Entscheidungsträger — aufgrund der Entschädigungssysteme höhere Boni.
- Höhere Eigenmittel bedeuten ein geringeres Insolvenzrisiko der UBS. Sie schützen damit auch den Staat — sprich: Steuerzahler –, der im Krisenfall unfreiwillig für Verluste der UBS geradestehen muss.
Kurz: Das Parlament muss sich zwischen den Interessen des Landes und jenen der UBS-Boni-Bezüger entscheiden.

Ist schon erstaunlich, dass die UBS von höheren Kosten spricht und dies nicht belegen kann. Hatte schon mehrere Gespräche mit Banker, sogar jene die für die Kapitalhinterlegung zuständig waren und keiner verstand das MM Theorem… Dies ist schon ein grosses Warnsignal und spricht noch für eine weit strengere Regulierung.
Ihren Beitrag habe ich erst heute, 26.11.2025, gesehen und bin sehr erstaunt. Meinen Sie ernsthaft, eine Erhöhung des UBS-Eigenkapitals von weniger als dem Schätzfehler bei Bestimmung der UBS-Vermögenswerte (1’700 Mrd.)könne das Insolvenzrisiko der UBS merklich verringern? Stellen Sie sich vor, 25 Mrd. der UBS-Einlagen wurden mit Zustimmung der Konteninhaber zu Eigenkapital. Würde das die übrigen Konteninhaber mit Konten von rd. 700 Mrd. bei der Stange halten, wenn Zweifel aufkommen, ob die UBS sorgsam mit „ihrem“ Geld umgeht? ich glaube nicht.
Die Achillesverse jeder Bank ist die Liquidität, nicht das Eigenkapital. Deshalb benötigt jede Bank Notfall-Liquidität, die natürlich etwas kostet. Bei der UBS einige Mrd. jährlich.
Ob die Zusammenfassung sachgerecht ist, oder eher eine vor allem von Linken vorgebrachte Schutzbehauptung bildet, steht im Raum. Eine Aufspaltung der UBS machte wohl mehr Sinn. Investment Banking abspalten. Damit sinken die Risiken für das Land. Boni wecken vor allem bei Staatsbediensteten Neid. Gerade Professoren haben kein Job-Risiko. Für Staatsbedienstete gilt häufig, nicht immer: no risk, more or less no stress, more or less only fun, and surely more bureaucracy, more Increased officialdom (by the FINMA) and surely more obstacles for citizens.
Herr Birchler übersieht die „Drittwirkungen“: Die UBS verlangt/e intensiv von der Finma, die ZKB müsse auch ein quasi höheres „Eigenkapital“ haben. Allerdings in anderer Form. Die ZKB muss über 40 Mia CHF bei der Nationalbank hinterlegen. Dabei wäre doch die Staatshaftung Sicherheit genug. Damit steigen ihre Zinsen gegenüber den Bankkunden (Hypotheken, Betriebskredite muss man heute weitgehend vergessen). Ist das sinnvoll, um Neider zu beruhigen, aber allenfalls ein Problem der Rechtsgleichheit? Zudem dienen die hohen Zinsen für Kredite bei der ZKB einer verordneten Kreditbremse, indem sie das Kreditwachstum der ZKB im Interesse der Mitbewerber damit bremst. Dabei lautet der Gesetzesauftrag: Grundversorgung mit Finanzdienstleistungen und die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons voranzubringen.