Normalerweise prüfe ich Quittungen in Restaurants kaum. Schon gar nicht, wenn es um bloss einen Kaffee geht. Doch letzte Woche fand ich auf der Quittung der Hafenbar von Hydra etwas Sonderbares. Sehen Sie’s auch?
Richtig: Der Preis ist auch in Drachmen angegeben (Umrechnungskurs 340.75 Drachmen pro Euro), obwohl doch auch in Griechenland seit zehn Jahren unwiderruflich nur der Euro gilt. Sollen wir jetzt den Politikern glauben, die einen Austritt Griechenlands aus dem Euro-Verbund für unmöglich halten, oder der leisen Botschaft auf der Quittung? Jedenfalls, meint der Kellner, ist mit dem Euro nur alles schlechter geworden. Die saugen uns doch aus!
Kellner haben vielleicht nicht immer recht, aber noch schwerer zu verstehen sind die Devisenmärkte. Wenn Griechenland „droht“, den Euro aufzugeben, fällt der Kurs des Euro gegenüber Franken und Dollar. Vereinfacht: Wenn der Schwächste aus der Mannschaft ausscheidet, spielt die Mannschaft schlechter!? Sicher habe ich etwas übersehen. Für sachdienliche Hinweise wird gedankt.
Wenn der Schwächste aus der Mannschaft ausscheidet, spielt die Mannschaft schlechter!?
Die Angst ist, dass mit einem Austritt nun andere Spieler aus der Mannschaft werden scheiden können, mit entsprechenden mühsamen Umstellungen.
Anders sieht die Analogie aus, wenn die gut verdienenden Starstürmer einen nicht unerheblichen Teil ihres Einkommens dem sympathischen aber leider eher talentlosen Manndecker borgten, damit dieser sich auch einen schicken Sportwagen leisten konnte. Wird der Manndecker plötzlich vom Trainer in die 2. Liga abgeschoben, mag das mittel- bis langfristig die Mannschaft stärker machen. Kurzfristig entsteht aber eine die Leistung mindernde Nervosität bei den Starstürmern, weil sie realisieren, dass sie einen Teil des Geborgten erst später oder gar nie mehr sehen werden.
Schlimmer wird die Sache noch, wenn die Starstürmer die unfrohe Botschaft nicht länger verheimlichen können und diese ihren nicht informierten Ehefrauen überbringen müssen. Die Spielerfrauen mögen reale Dinge wie Pelzmäntel, Schmuck und Yachten. Sie haben wenig Verständnis für Dinge wie das soziale Gefüge in der Mannschaft, hypothetische Guthaben beim Manndecker oder Meistertitel in der Exportliga. Sie sind wahre Liquiditätsjunkies, die sich sagen, dass wir mittel- bis langfristig alle tot sein werden.